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rita stutz

am anfang war der faden.
ein zarter unscheinbarer strich gezogen von einer spinne, die ihr werk spann,
nicht zum zweck des bestaunens, sondern aus der notwendigkeit des überlebens.
in der natur hatte das netzwerk von jeher bestand und eine existenzielle bedeutung.
aber auch innerhalb des von menschen geschaffenen lebensraumes, sind verschiedene netzwerkstrukturen von großer bedeutung.
so bilden infrastrukturelle netzweke das gerüst der modernen gesellschaft.
sie leiten wasser, energie, menschen und informationen über den gesamten
erdball, um zu versorgen, verbinden, vernetzen und zu steuern. ihre fäden und
linien ziehen sich durch städte, landschaften und meere.
doch netzwerke sind nicht nur technische systeme, sondern auch strukturen die
ihre vernetzung im sozialen, wirtschaftlichen und politischen widerspiegeln.
diese netzwerke bilden das unsichtbare geflecht in dem sich unsere gesellschaft bewegt. sie verbinden menschen, ideen, märkte und machtstrukturen.
ob sozial, wirtschaftlich oder politisch, überall entstehen vernetzungen, die
zugehörigkeit, austausch und vertrauen schaffen, aber ebenso ausschluss
und konkurrenz, sowie auch globale hierarchien und abhängigkeiten ermöglichen.
netzwerke sind nie neutral, sie verbinden und bilden knotenpunkte aus sozialen, politischen, wirtschaftlichen und zwischenmenschlichen. sie schaffen nähe
und einflussnahme, offenheit und kontrolle.
wobei das soziale netzwerk der gegenwart über die digitale infrastruktur
bestimmt wird. der digitale raum als ort der begegnung, selbstdarstellung und
des austausches. diese digitalen netzwerke verknüpfen milliarden von menschen über geräte, plattformen und algorithmen und schaffen so ein globales
geflecht aus daten, emotionen und aufmerksamkeit.
influencer:innen, trends und digitale berichte formen neue soziale dynamiken. was eins privat war, wird sichtbar, teilbar und bewertbar. doch unter der
oberfläche der kommunikation liegen strukturen von kontrolle und ökonomie.
algorithmen lenken wahrnehmung, filtern wirklichkeit und erzeugen interdependenzen.
digitale soziale netzwerke sind bühne und spiegel zu gleich und ermöglichen
grenzenlose vernetzung aber auch wachsende vereinzelung.
meine arbeiten zum thema netz-werk sind, unter dem gesichtspunkt bestehender gesellschaftlicher strukturen und der auseinandersetzung mit der frage, wie wird unser
soziales, politisches, digitales und emotionales zusammenleben geformt, entstanden.
mit farbe und draht gestalte ich schnittstellen, knotenpunkte und verbindungen,die
durch ihre materielle eigendynamik ein geflecht ergeben, dass unterschiedliche räume und strukturen ermöglicht. so sind werke entstanden, in denen sich beziehungen,
spannungen und zusammenhänge erkennen lassen.
ich wünsche mir, das bei der betrachtung meiner arbeiten eine auseinandersetzung
mit dem so vielfältigen thema netz-werk angeregt wird und so ein lebendiger dialog
zwischen visueller bilderfahrung, form, inhalt und gesellschaftlicher wahrnehmung entsteht.
